
Musterbeispiel für die Ausschreibung LAN
Auszug: Technische Vorbemerkungen und Bedingungen
Hinweise für die Errichtung des LAN-Netzes
Es ist geplant, die Neuverkabelung überwiegend parallel zur bestehenden Verkabelung aufzubauen. Neben der bestehenden Steigetrasse in den Räumen der Elektro-Hauptverteilungen werden zusätzlich 4 Steigetrassen mittels Stahlblechkanal in den zentralen Bereichen erstellt.
Insgesamt erfolgt der Einsatz von ca. 44 Spleißverteilern, die überwiegend in vorhandenen Schrankwänden innerhalb der Bürobereiche montiert werden. Die Verbindung vom Hauptgebäudeverteiler im 3. OG zu den einzelnen Spleißverteilern erfolgt aus dem Doppelboden über die Hängedecke des 2. OG und die entsprechenden Steigetrassen (Erstellung Kernbohrungen vom 3. OG zur Zwischendecke 2. OG).
Von den jeweiligen Spleißverteilern erfolgt die Leitungsführung durch die jeweiligen Zwischendecken über dort vorhandene Kabelbühnen oder mittels Befestigung mit neuen Sammelschellen an Stellen, wo keine Kabelbühnen im Bereich der Hängedecke vorhanden sind. Von dort aus sind die bestehenden Brüstungskanäle mittels neu zu erstellenden Einspeisungskanälen anzubinden. Die genaue Anzahl der Einspeisungskanäle ist abhängig von der Anzahl der zu verlegenden LWL-Kabel und den Verlege-Möglichkeiten im vorhandenen Fensterbankkanal.
Alle neu zu erstellenden Einspeisungskanäle sind mit Trennsteg zu versehen.
Die einzelnen Einspeisungskanäle sind decken- und bodenbündig zu montieren, die Fußleisten sind auszuklinken und die Rasterdecke ist auszusparen, um die Einführung in den Hängedeckenbereich zu möglichen. In Höhe der Fensterbänke ist eine horizontale Anbindung mittels Ecken und Winkel in den vorhandenen Brüstungskanal vorzunehmen. Auf die erschwerte Montage im Hängedeckenbereich (Spezial-Holzrasterdecke mit darüber liegender Filzbespannung) ist besonders hinzuweisen. Beschädigungen der Hängedecken sind weitestgehend zu vermeiden.
Erschwerniszulagen hierfür sind in die Einheitspreise einzukalkulieren und werden nicht gesondert vergütet.
Zu beachten ist, dass die neu zu installierenden LWL-Verkabelungen innerhalb der bestehenden Brüstungskanäle sowie dort bereits vorhandener und belegter Durchbrüche zu verlegen sind. Bei den Durchbrüchen ergeben sich Engstellen durch vorhandene Verkabelungen, die einen erschwerten Einziehaufwand nach sich ziehen. Sonderkosten für diese Montage-Erschwernisse sind in die Gesamtkalkulation einzubeziehen.
Die Anbindung der tertiären LWL-Kabel pro Installationsswitch erfolgt soweit ausgehend von den jeweils in den Büroräumen montierten Spleißverteilern innerhalb der Hängedecke bis zum neu erstellen senkrechten Kabelkanal und von dort in die bestehenden Brüstungskanäle, wobei davon auszugehen ist, dass nach jetzigem Planungsstand ca. 3 bis 8 pro Stichleitung angebunden werden.
Bei der gesamten LWL-Verkabelung trägt der Auftragnehmer die volle Verantwortung für die Einhaltung der Biegeradien.
Zur Erstellung des LWL-Leitungsnetzes sind einseitig vorkonfektionierte LWL-Kabel einzusetzen. Die Verbindung zwischen den hochfasrigen LWL-Kabeln und den zweifaserigen LWL-Kabeln zu den Anschlusspunkten erfolgt mittels Spleiß in den entsprechenden Spleißverteilern. Die Abrechnung der Längen der LWL-Kabel erfolgt gemäß Messprotokoll. Verschnittmengen werden nicht besonders vergütet.
Die Anbindung für das Straßenverkehrsamt erfolgt über Deckendurchbrüche in den Kellerbereich. Als Anschlusspunkte dienen neu zu errichtende Fußbodenaufbautanks.
Da trotz Detailplanung zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend feststeht, ob alle Kabelführungen wie geplant und durch die vorhandenen und teilweise stark belegten Durchbrüche im Bereich der Trennwände verlegt werden können, ist darauf hinzuweisen, dass sich ggf. die Mengen bei den Trassenführungen, Durchbrüchen und Kabellängen gegenüber den in der Ausschreibung enthaltenen Massen verändern können.
3. Los 2 - Aktive Komponenten
3.1. Vorbemerkungen
Auf Basis der im Los 1 beschriebenen passiven Infrastruktur wird für das Kreishaus der Kreisverwaltung Borken ein leistungsstarkes und ausfallsicheres Netzwerk aufgebaut.
Das neue Netzwerk wird als Fiber-to-the-Office (FTTO) Lösung realisiert. In den Büros werden Kanaleinbauswitche installiert, die vom Rechenzentrum über die neue LWL-Infrastruktur mit Gigabit-Ethernet 1000Base-SX angefahren werden.
Die PCs werden über Kat5E-Patchkabel an die Kanaleinbauswitche angeschlossen mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 100Mbit/s.
Neben vier Ports 10/100Base-TX zum Anschluss der PCs soll der Kanaleinbauswitch über einen LWL-Uplink 1000Base-SX mit Duplex-SC Konnektor verfügen. Die Kanaleinbauswitche sind mit einem Managementagenten zu liefern, mit dem die Geräte per SNMP überwacht und per Web/HTTP-Interface konfiguriert werden können. Die Installation der Kanaleinbauswitche erfolgt in vorhandene Brüstungskanäle.
Im Rechenzentrum RZ1 / 3.OG laufen alle LWL-Verbindungen der FTTO-Lösung auf. Zur Risikominimierung sind in diesem Rechenzentrum mindestens vier Verteiler-Switche einzusetzen, die eine gleichmäßige Verteilung der 1000Base-SX Uplinks der Kanaleinbauswitche gewährleisten.
Jeder Verteiler-Switch wird über einen 10Gigabit-Ethernet Trunk an das Backbonesystem angebunden.
Im Rechenzentrum RZ1 / 3.OG werden ca. 36 Server und SANs installiert werden. Die Server und SANs werden jeweils mit mindestens zwei Netzwerkinterface-Karten ausgestattet. Zur Anbindung der Server müssen zwei Server-Switche installiert werden, wobei jeder Server-Switch von jeweils einem Netzwerkinterface der Server und SANs angefahren wird.
Die Server-Switche werden wie die Verteiler-Switche jeweils mit einem 10Gigabit-Ethernet Trunk an das Backbonesystem angeschlossen.
Neben dem Rechenzentrum RZ1 / 3.OG unterhält die Kreisverwaltung Borken noch ein zweites Rechenzentrum RZ2 / 2.OG. Zur Risikominimierung werden in diesem Rechenzentrum ca. 6 Server und SANs installiert, die die wichtigsten Daten und Anwendung redundant zu Servern und SANs im Rechenzentrum RZ1 / 3.OG vorhalten.
Die 6 Server und SANs werden mit zwei Netzwerkinterface-Karten ausgestattet und sind wie im RZ1 ebenfalls an zwei Server-Switche anzuschließen. Jeder Server-Switch ist mit einem 10Gigabit-Ethernet Trunk an das Backbonesystem anzuschließen.
Das Backbonesystem im Rechenzentrum RZ1 / 3.OG ist als leistungsstarkes System aufzubauen.
Es wird die zentrale Komponente sein, auf der alle Datenströme der Verteiler-Switche und Server-Switche mit 10Gigabit-Ethernet auflaufen werden. Das Backbonesystem hat die 10Gigabit-Ethernet Datenströme in „wirespeed – nonblocking“ weiterzuleiten. Darüber hinaus wird das Backbonesystem zentral das Routing für die Kreisverwaltung ausführen.
Zur Administration und Monitoring aller Switche, inkl. der Kanaleinbauswitche, wird ein neues Managementsystem beschafft. Das System soll permanent alle aktiven Komponenten überwachen und bei Ausfall eines Gerätes zu definierende Aktionen ausführen.
Während der Installationsphase des neuen Netzwerkes wird das bestehende Token-Ring Netzwerk parallel weiter betrieben und über einen Token-Ring/Ethernet Switch mit dem neuen Ethernet-Netzwerk verbunden. Der Bieter hat während der Installation des neuen Netzwerkes den Auftraggeber regelmäßig über die Auslastung des Token-Ring / Ethernet Quertraffics zu informieren. Es ist geplant, dass die vorhandenen Server im Token-Ring Netzwerk in Teilschritten in das neue Netzwerk migriert werden, daher hat der Auftragnehmer regelmäßig die Datenlast zwischen den beiden Netzwerken zu messen und zu beurteilen.
Vor Installationsbeginn hat der Auftragnehmer dem Auftraggeber von jedem angebotenen Switch-System ein Testgerät zur Verfügung zu stellen und mit einem zertifizierten Systemingenieur vor Ort den Test für eine befristete Zeit zu begleiten. Der Auftraggeber wird im Rahmen der Testphase das endgültige Netzwerkkonzept hinsichtlich VLAN-Struktur, Routing und Switching festlegen.
Während der Installation sind die fertig gestellten Teilabschnitte auf geeignete Weise zu dokumentieren und dem Auftraggeber in schriftlicher Form zu übergeben.
In einigen Teilabschnitten sind die vorhandenen Kabelwege fast voll belegt. Bevor die neue LWL-Verkabelung eingezogen werden kann, ist es ggf. erforderlich durch Bereitstellung von geeigneten Token-Ring Komponenten durch den Auftragnehmer die notwendige Anzahl an Token-Ring Kabeln zu reduzieren. Der Auftragnehmer hat diese Geräte einzubauen und sicherzustellen, dass die Datenverbindungen fehlerfrei arbeiten. Die freigewordenen Token-Ring Kabel werden dann entfernt.
3.2 Allgemeine Anforderungen
Für die Server-Switche, Verteiler-Switche und das Backbonesystem gelten folgende generellen Anforderungen:
a. Alle Netzwerkkomponenten müssen in 19 Zoll Datenschränken fest eingebaut werden können.
b. Die Geräte müssen ein Ethernet-Switching (Store & Forward) in „Wirespeed“ für jeden Port unterstützen. Dies muss bei Vollbestückung und Bestückung mit unterschiedlichen Interfacemodulen unterschiedlicher Geschwindigkeit garantiert werden.
c. Die angebotenen Server-Switche, Verteiler-Switche und das Backbonesystem müssen vom selben Hersteller sein. Es sind ausschließlich die neusten derzeit verfügbaren Systeme des Herstellers anzubieten. Dies gilt sowohl für das Chassismodell, die Interfacemodule als auch für die Managementkarte, Switch-Fabrik.
d. Bei den angebotenen Komponenten muss es sich um Neuware handeln. Gebrauchte, aufgearbeitete oder überarbeitete Geräte sowie Geräte aus unbekannten Vertriebskanälen (Graumarkt) sind nicht zugelassen. Der Anbieter hat dies durch eine rechtsverbindliche Herstellererklärung bei der Angebotsabgabe zu dokumentieren.
e. Es dürfen nur modulare Systeme eingesetzt werden, d.h. das System besteht aus einem 19 Zoll Baugruppenträger, den Interfacemodulen und einer oder mehreren Switching Fabrics (wenn notwendig). Angebote mit festkonfigurierten Systemen führen zum Ausschluss.
f. Die Spannungsversorgungen und Lüfter der 19 Zoll Baugruppenträger sind ausfallsicher auszuführen. Für die Netzteile ist zwingend eine 1:1 Redundanz vorzusehen, die auch im Vollausbau noch möglich ist. Damit die Netzspannungszuführung ebenfalls ausfallsicher ausgeführt werden kann, muss jedes Spannungsversorgungsmodul über einen eigenen Netzspannungseingang verfügen.
g. Wenn für die in der Ausschreibung geforderten technischen Werte und Standards Speichererweiterungen, zusätzliche Switching Fabrics, Managementmodule o.ä. erforderlich sind, ist dies für die Baugruppe mit anzubieten.
h. Jeder Baugruppenträger muss mit unterschiedlichen Ethernet-Schnittstellen/-Modulen zum Anschluss von Endusern, Servern und für die Vernetzung mit anderen 19 Zoll Baugruppenträgern, bestückt werden können.
i. Die Verbindungen der Server-Switche und Verteiler-Switche mit dem Backbonesystem haben ausschließlich über Monomode-Kabel 09 / 125 µm zu erfolgen. Es sind entsprechende XENPACKs / XFPs bzw. GBICs / MiniGBICs einzusetzen.
j. Die Verbindungen der Kanaleinbauswitche mit den Verteiler-Switchen erfolgt ausschließlich über Multimode-Kabel 50 / 125 µm. Für die Verteiler-Switche sind entsprechende GBICs bzw. MiniGBICs einzusetzen
k. Die Anzahl der Broadcast-Frames, die in einer festgelegten Zeiteinheit über einen Port gesendet werden, muss über das Netzwerkmanagement begrenzbar sein.
l. Die Verbindungen zwischen den Switchen müssen unter Verwendung des Link Aggregation Control Protocols gemäß IEEE 802.3ad als Trunk auslegbar sein. Die Lastverteilung über den Trunk muss dynamisch erfolgen.
m. Alle Komponenten müssen das Rapid Spanning Tree Verfahren (RSTP) gemäß IEEE 802.1w unterstützen.
n Alle Komponenten müssen die VLAN-Bildung nach IEEE 802.1q unterstützen. Die Zugehörigkeit eines einzelnen Clients zu einem VLAN wird in den Kanaleinbauswitches festgelegt, daher müssen alle Ports der angebotenen Komponenten gleichzeitig auf „Tagged“ gesetzt werden können.
“Tagged“ bedeutet, dass über einen Port nur die Frames versendet werden, dessen VLAN-ID für diesen Port definiert wurde. Die gesendeten Frames müssen zur weiteren Verarbeitung in den Kanaleinbauswitches das TAG noch besitzen. Über einen Port werden Datenpakete, die zu unterschiedlichen VLANs gehören, gesendet und empfangen.
Pro Baugruppenträger müssen mindestens 256 VLANs definiert und betrieben werden können. Die VLAN-ID muss frei wählbar sein in dem Bereich 1 – 4096.
o. Alle Ports der Server-Switche und der Verteiler-Switche, die die Verbindung zum Backbonesystem herstellen, müssen alle VLANs übertragen können.
p. Class of Service (CoS) gemäß IEEE 802.1D sowie IEEE 802.1p zur Abwicklung unterschiedlicher Kommunikationsformen muss von den angebotenen Komponenten unterstützt werden.
Die Komponenten müssen das
von Endgeräten gesetzte CoS-Feld in empfangenen Datenpaketen auswerten und entsprechend weiter verarbeiten können
CoS-Feld gemäß der VLAN-spezifischen Einstellung bzw. Vorgabe ausgangsseitig setzen bzw. extrahieren können
q. Eine Priorisierung der Datenpakete gemäß IEEE 802.1p muss gewährleistet sein.
r. Die Durchlaufzeiten von Datenpaketen von einem Eingangsport zu einem Ausgangsport sind so gering wie möglich zu halten. Es sind Verzögerungszeiten in einem Switch von < 5 msec sicherzustellen. Die Leistungsfähigkeit der Switche ist entsprechend zu dimensionieren.
s. Die Server-Switche und das Backbonesystem müssen in der ausgeschriebenen Konfiguration noch mindestens zwei freie Slots für weitere Bestückungen mit unterschiedlichen Modulen haben.
t. Die Verteiler-Switche müssen in der ausgeschriebenen Konfiguration noch mindestens einen freien Slot für weitere Bestückungen mit unterschiedlichen Modulen haben.
u. Die angebotenen Server-Switche, Verteiler-Switche und das Backbonesystem müssen sFlow (RFC 3176) bzw. NetFlow für das Netwerk-Monitoring unterstützen. Auf Grundlage dieser Daten erfolgt die weitere Planung und Optimierung des Netzwerkes.
v. Jedes angebotene Interfacemodul für die Server-Switche und Verteiler-Switche darf maximal 24 Ports besitzen. Aufgrund der hohen Packungsdichte der genutzten Ports und der damit einhergehenden Patchkabeldichte an den Switchen ist der Austausch eines (defekten) oder das Hinzufügen eines weiteren Interfacemoduls ansonsten ohne Beeinträchtigung anderer angeschlossener User nicht bzw. nur mit einem erhöhten Zeitaufwand möglich. Darüber hinaus sind bei einem Ausfall eines Interfacemodules aufgrund der dahinter geschalteten Kanaleinbauswitche im schlimmsten Fall 96 Endgeräte (24 x 4Ports) von dem Ausfall betroffen. Damit diese Auswirkungen vertretbar bleiben, besteht die Einschränkung auf 24 Port Interfacemodule.
w. Für die Verteiler-Switche und Server-Switche ist das selbe System anzubieten. Dies bedeutet, es müssen die selben Netzteile zum Einsatz kommen und es müssen die selben Interfacemodule eingesetzt werden können. Dies ermöglicht die notwendige Flexibilität für weitere Konfigurationen über die zu erwartende Nutzungsdauer und –art.
Darüber hinaus müssen folgende Standards von allen angebotenen Systemen (Server-Switch, Verteiler-Switch, Backbonesystem) unterstützt werden:
IEEE 802.3 10Base-T
IEEE 802.3u 100Base-TX
IEEE 802.3z 1000Base-SX, -LX
IEEE 802.3ab 1000Base-TX
IEEE 802.3ae 10Gigabit Ethernet
IEEE 802.3x Flow Control
IEEE 802.3ad Link Aggregation
IEEE 802.1d Bridging
IEEE 802.1p/q VLAN Tagging
IEEE 802.1w Rapid STP
IEEE 802.1x user authentification
SNMP Version 1, 2c und 3
SFLOW RFC 3176 oder Netflow
Zusätzlich für Backbonesystem:
RFC 1583 OSPF V2
RFC 2328 OSPF V2
RFC 1058, RFC 1723 RIP V1, V2
IP Multicast
IGMP Router Discovery Protokoll
3.3 Server-Switche
Zur Anbindung der Server sind in jedem Rechenzentrum RZ1 / 3.OG und RZ2 / 2.OG zwei Server-Switche zu installieren.
Jeder Server-Switch ist über einen zweifach 10Gigabit-Ethernet Trunk gemäß IEEE 802.3ad an das Backbonesystem anzuschließen. Darüber hinaus wird jeder Server-Switch über einen vierfach Gigabit-Ethernet Trunk gemäß IEEE 802.3ad redundant an das Backbonesystem angebunden. Als Redundanz-Protokoll zwischen den 10Gigabit-Ethernet Trunk und dem Gigabit-Ethernet Trunk wird Rapid Spanning Tree nach IEEE 802.1w eingesetzt. Der Gigabit-Ethernet Trunk wird nur bei Ausfall beider 10Gigabit-Ethernet Verbindungen die Datenkommunikation zum Backbonesystem übernehmen.
Im Rechenzentrum RZ1 / 3.OG werden bis zu 36 Server und SANs an die Server-Switche angebunden. Die Server und SANs verfügen über Netzwerkschnittstellen gemäß 10Base-T oder 100Base-TX oder 1000Base-TX und werden jeweils an beide Server-Switche angebunden.
Für die Server-Switche im Rechenzentrum RZ1 / 3.OG sind mindestens 36 Ports 10/100/1000Base-TX pro Server-Switch zur Verfügung zu stellen.
Im Rechenzentrum RZ2 / 2.OG werden bis zu 6 Server und SANs an die Server-Switche angebunden. Die Server und SANs verfügen über Netzwerkschnittstellen gemäß 10Base-T oder 100Base-TX oder 1000Base-TX und werden jeweils an die beiden Server-Switche angebunden.
Für die Server-Switche im Rechenzentrum RZ2 / 2.OG sind mindestes 6 Ports 10/100/1000Base-TX pro Server-Switch zur Verfügung zu stellen.
Die Übertragungsgeschwindigkeit der Ports muss über das Netzwerkmanagementsystem fest einstellbar sein.
Die Server-Switche müssen zu einem späteren Zeitpunkt durch ein Software-Update und ohne Austausch der Interfacemodule auf Full-Layer3 nachgerüstet werden können.
Die Layer3-Funktionen umfassen mindestens RIPv1/v2 (RFC 1058 / 1723) und OSPF (RFC 1583 / 2328).
Die Server-Switche dürfen eine maximale Einbauhöhe von 12 HE besitzen.
Die Server-Switche 1 und 2 im Rechenzentrum RZ1 / 3.OG müssen über eine Bestückung mit Interfacemodulen verfügen, mit der folgende Anzahl an Ports pro Switch zu realisieren ist:
- 2 x 10GBase-LR
- 36 x 10/100/1000Base-TX
- 4 x 1000Base-LX
- 2 x freie Slots für Erweiterungen mit unterschiedlichen Interfacemodulen
Die Server-Switche 3 und 4 im Rechenzentrum RZ2 / 2.OG müssen über eine Bestückung mit Interfacemodulen verfügen, mit der folgende Anzahl an Ports pro Switch zu realisieren ist
- 2 x 10GBase-LR
- 6 x 10/100/1000Base-TX
- 4 x 1000Base-LX
- 2 x freie Slots für Erweiterungen mit unterschiedlichen Interfacemodulen
Die Server-Switche 1 – 4 müssen unter Verwendung der freien Slots folgenden maximalen Ausbau der Ports pro Switch ermöglichen:
- 6 x 10GBase-LR
- 84 x 10/100/1000Base-TX
- 48 x 1000BaseSX/LX/TX
Für die Server-Switche und Verteiler-Switche ist das selbe System anzubieten. Dies bedeutet, es müssen die selben Netzteile zum Einsatz kommen und es müssen die selben Interfacemodule eingesetzt werden können.
Mit Abgabe des Angebotes ist eine oder mehrere ausgedruckte Zeichnungen für die Server-Switche abzugeben, aus der die Bestückung der Baugruppenträger mit den unterschiedlichen Interfacemodulen, der Anzahl der Ports und Netzteile erkennbar ist.
Die Backplane des angebotenen Baugruppenträgers muss ohne Erweiterungen die Bandbreite der Interfacemodule im Maximalausbau in „wirespeed / nonblocking“ leisten können.
Folgende Eigenschaften sind für die Interfacemodule und den Baugruppenträger einzuhalten
a. Interfacemodul mit maximal 24 Ports 10/100/1000Base-TX
Halb/Voll-Duplex muss durch das Netzwerkmanagement fest eingestellt werden können
die Geschwindigkeit 10Mbit/s, 100Mbit/s oder 1000Mbit/s muss durch das Netzwerkmanagement fest eingestellt werden können
geschirmte RJ-45 Ports
b. Interfacemodul mit maximal 24 Ports 1000Base-X zur Aufnahme von GBICs bzw. MiniGBICs (SFP)
Unterstützung von GBICs bzw. MiniGBICs für 1000Base-SX, 1000Base-LX und 1000Base-TX
der Wechsel einer Schnittstelle muss durch Austausch eines GBICs bzw. MiniGBICs auch nachträglich möglich sei
c. Interfacemodul mit 10GBase-X Ports
jeder 10GBase-X Port muss in „wirespeed - nonblocking“ über die Backplane arbeiten können
mehrere 10GBase-X Ports müssen zu einem Trunk zusammen gefasst werden können
die optischen Schnittstellen müssen mit XENPACKs bzw. XFPs realisiert sein
der Wechsel einer optischen Schnittstelle muss durch Austausch eines XENPACKs bzw. XFPs auch nachträglich möglich sein
d. Die Anzahl der Netzteile in dem Baugruppenträger muss mindestens einer Redundanz von 1:1 genügen. Dies gilt ebenfalls für die 230V Netzeinspeisung der Netzteile.
e. Der Baugruppenträger muss über eine ausfallsichere Lüftereinheit verfügen, z.B. bestehend aus redundanten Lüftern.
3.4 Backbonesystem
Im Rechenzentrum RZ1 / 3.OG wird das Backbonesystem installiert. Hier laufen alle 10Gigabit-Ethernet Verbindungen der Server- und Verteiler-Switche auf.
Aufgrund seiner zentralen Stellung im Netzwerk sind folgende Anforderungen an das Backbone-System zu garantieren:
Es wird ein modular bestückbares ausfallsicheres nonblocking 10Gigabit-Ethernet Backbonesystem ausgeschrieben.
Das System muss Informationen auf Layer 3-4 (ISO OSI Modell) mit wirespeed verarbeiten können. Dabei ist die Kopplung zwischen VLANs, die in den Verteiler-Switchen und den Server-Switchen eingerichtet sind, herzustellen.
Die Gesamthöhe aller Verteiler-Switche (mindestens vier) und des Backbonesystems darf zusammen 3 x 42 HE (3 Datenschränke) nicht überschreiten.
Das Backbonesystem muss alle zugeführten 10Gigabit-Ethernet Verbindungen der angebotenen Verteiler-Switche, d.h. von mindestens vier Verteiler-Switchen und damit von insgesamt mindestens 8 10Gigabit-Ethernet Verbindungen, aufnehmen können
Ebenso müssen die 10Gigabit-Ethernet Trunks der Server-Switche sowie deren redundanten Gigabit-Ethernet Trunks im Backbonesystem aufgenommen werden können.
Die vier Server-Switche kommen mit insgesamt 8 10Gigabit-Ethernet Verbindungen und 16 Gigabit-Ethernet Verbindungen an.
Neben dem Routing für das neu zu installierende Netzwerk werden an das Backbonesystem auch einige WAN Router angebunden.
Das Backbonesystem im Rechenzentrum RZ1 / 3.OG muss über eine Bestückung mit Interfacemodulen verfügen, mit der mindestens folgende Anzahl an Ports zu realisieren ist:
- 16 x 10GBase-LR
- 16 x 1000Base-LX
- 32 x 10/100/1000Base-TX
- 2 x freie Slots für Erweiterungen mit unterschiedlichen Interfacemodulen
Das Backbonesystem muss unter Verwendung der freien Slots folgenden Maximalausbau der Ports ermöglichen:
- 24 x 10GBase-LR
- 20 x 1000Base-SX/LX/TX
- 40 x 10/100/1000Base-TX
Mit Abgabe des Angebotes ist eine ausgedruckte Zeichnung für das Backbonesystem abzugeben, aus der die Bestückung des Baugruppenträgers mit den unterschiedlichen Interfacemodulen, der Anzahl der Ports und Netzteile erkennbar ist.
Die Backplane des angebotenen Baugruppenträgers muss ohne Erweiterungen die Bandbreite der Interfacemodule im Maximalausbau in „wirespeed / nonblocking“ leisten können.
Folgende Eigenschaften gelten für die Interfacemodule und den Baugruppenträger:
f. Interfacemodul mit 10/100/1000Base-TX Ports
Halb/Voll-Duplex muss durch das Netzwerkmanagement fest eingestellt werden können
die Geschwindigkeit 10Mbit/s, 100Mbit/s oder 1000Mbit/s muss durch das Netzwerkmanagement fest eingestellt werden können
geschirmte RJ-45 Ports
g. Interfacemodul mit 1000Base-X Ports zur Aufnahme von GBICs bzw. MiniGBICs (SFP)
Unterstützung von GBICs bzw. MiniGBICs für 1000Base-SX, 1000Base-LX und 1000Base-TX
der Wechsel einer Schnittstelle muss durch Austausch eines GBICs bzw. MiniGBICs auch nachträglich möglich sein
h. Interfacemodul mit 10GBase-X Ports
jeder 10GBase-X Port muss in „wirespeed - nonblocking“ über die Backplane arbeiten können
mehrere 10GBase-X Ports müssen zu einem Trunk zusammen gefasst werden können
die optischen Schnittstellen müssen mit XENPACKs bzw. XFPs realisiert sein
der Wechsel einer optischen Schnittstelle muss durch Austausch eines XENPACKs bzw. XFPs auch nachträglich möglich sein
i. Die Anzahl der Netzteile in dem Baugruppenträger muss mindestens einer Redundanz von 1:1 genügen. Dies gilt ebenfalls für die 230V Netzeinspeisung der Netzteile.
j. Der Baugruppenträger muss über eine ausfallsichere Lüftereinheit verfügen, z.B. bestehend aus redundanten Lüftern.
Auf allen Anschlüssen muss VLAN Tagging nach IEEE 802.3q unterstützt werden.
Mittels der VLAN Kennung sind vom Backbonesystem Accesslisten für eine Prüfung, ob eine Kopplung zu einem Ziel-VLAN oder einer einzelnen Adresse in einem Ziel-VLAN zugelassen ist, zu unterstützen.
Diese Kopplung zwischen VLANs muss konfigurierbar sein, mit den Optionen generell erlaubt/gesperrt und über die ACLs steuerbar sein.
Es sind mind. 1024 VLANs zu unterstützen.
Die folgenden Funktionen müssen mit dem angebotenen System dargestellt werden:
- IP Portfilter/ IP Adressfilter
- ACLs
- Durchreichen des Layer2 Tunnelling Protokoll:L2TP
- Durchreichen des IPsec Verkehrs
- SNMP, RMON, RMON2
- VRRP (RFC 2338)
- OSPF (RFC 2328 RFC 1583)
- RIP (RFC 1058, RFC 1723)
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